Wichtigstes deutsches Debüt-Filmfestival: Max Ophüls Preis 2006
“Film ab’ heißt es vom 23. bis 29. Januar in den vier Kinos Cinestar, Filmhaus, Kino achteinhalb und camera zwo. Unter den zahlreichen Filmen ist klar der Wettbewerb der Langfilme das non plus ultra. Und weil man über nagelneue Filme nichts wirklich sagen kann, kommen (fast) alle Filmemacher selbst zu Wort.
Between the Lines
Dokumentarfilm: Thomas Wartmann
Zitat: “… weibliche Seelen in männlichen Körpern, schrill, obszön, provokant, immer umgeben von einem Hauch von Skandal. Ein Freund warnte vor ihren Lebensgeschichten. Die wären meist frei erfunden, …”
Falscher Bekenner
Fiction: Christoph Hochhäusler
Zitat: “In jeder Gruppe von Menschen, in der die Macht und die Liebe ungleich verteilt sind, gibt es Konflikte, gibt es Konkurrenz. Ich glaube, Menschen sind immer so grausam wie möglich.”
Futschicato
Fiction: Olav F. Wehling
Zitat: “Der Spagat zwischen persönlichen Egoismen und familiärer Verantwortung ist für mich das zentrale Thema des Films. Die ideologischen Altlasten ersticken den spontanen Geist von einst in dieser WG.”
Gambit
Dokumentarfilm: Sabine Gisiger
Inhalt: 1976 explodierte nahe der italienischen Stadt Seveso ein Atomreaktor. Hochgiftiges Dioxin entweicht …
Gisela
Fiction: Isabelle Stever
Zitat: “Der Film handelt von zwei Jungs, die hinter demselben Mädchen her sind und beide so tun, als fänden sie sie Scheiße. Für mich ist es ein Film über Freiheit. Georg, Paul und Gisela wollte ich nicht verurteilen, sondern ihnen eine Authentizität geben.”
Keller
Fiction: Eva Urthaler
Zitat Produzenten Franz Novotny: “Die Urthaler zu produzieren habe ich gegen jede Vernunft entschieden (absoluter no name, kein Meterchen Film belichtet). Und das war gut so. Mir reichte die ausgezeichnete Qualität ihrer Schreibe, um mir zu suggerieren, dass sie ebensolche Qualität auch inszenatorisch liefern würde.”
Ladybug
Fiction: Sebastian Ko
Inhalt: Die Geschichte zweier Menschen, die wie Aliens in die Welt der Einfamilienhaussiedlungen und Einkaufspassagen gefallen sind.
Liebeskind
Fiction: Jeanette Wagner
Zitat: “Meine Recherche begann mit Missbrauch und endetet mit einer Liebesgeschichte zwischen Vater und Tochter. Mir war klar, dass ich mich an ein Tabu wage und trotzdem wollte ich Vater und Tochter nicht bewerten.”
Mañana al mar
Dokumentarfilm: Ines Thomsen
Inhalt: “Vor ein paar Jahren habe ich in Barcelona gelebt. Ich lief am Strand entlang und hörte eine Frau Boleros trällern, die fröhlich ihre Pirouetten im Wasser drehte. Am Ufer stand ihre Krücke und wartete auf sie.”
Mondscheinkinder
Fiction: Manuela Stacke
Zitat: “Traurig, aber versöhnlich finde ich die Geschichte um Lisas Erfahrungen zwischen liebevoller Verantwortung für den todkranken Bruder und ihrer ersten Liebe. Die drei Hauptfiguren schöpfen Hoffnung aus ihren nächtlichen Abenteuern.”
Prinzessin
Fiction: Birgit Grosskopf
Zitat: “Schauplatz ist eine westdeutsche Vorstadt. Alles ganz sauber und monoton, gleichförmig. So dass man eigentlich nur weg will. Meine Protagonistinnen suchen sich Auswege. Mit fünf war jeder noch ganz klar, was mal aus ihr werden soll: eine Prinzessin.”
Schläfer
Fiction: Benjamin Heisenberg
Zitat: “Schläfer ist ein Film über einen gesellschaftlichen Zustand der Verunsicherung, mehr als über die Gefahr durch den islamischen Terror oder die Schuld oder Unschuld einzelner Charaktere …”
Swingerclub
Fiction: Jan Schütte
Zitat: “Lässt sich die Vision eines treu liebenden Paares heutzutage noch verwirklichen?”
Unter der Sonne
Fiction von Baran bo Odar
Zitat: “Wir sind zwar eine Generation, die nicht in einem Krieg und in Hungersnot aufgewachsen ist und dennoch hatten auch wir unsere Probleme. Über dieses Gefühl wollte ich erzählen.”
Zeit ohne Eltern
Dokumentarfilm: Celia Rothmund
Zitat: “Mit 10 Jahren ist die Kindheit für Franziska und Jana mit einem Schlag zu Ende, als die Stasi sie gewaltsam von ihren Eltern trennt. Ich wollte einen Film darüber machen, was innerhalb der Familie passiert, nachdem die politische Unterdrückung der DDR eigentlich vorbei ist.”
Zur falschen Zeit am falschen Ort
Dokumentarfilm: Tamara Milosevic
Zitat: “Der Mord gab mir den Anstoß zum Film, aber er sollte keinen zentralen Platz in der Handlung des Filmes einnehmen. Vielmehr hat mich der Alltag und das soziale miteinander dieser Menschen in diesem Dorf interessiert. Vielleicht haben manche Schwierigkeiten damit, weil ich keine Moral oder Antworten vorgebe, aber Kontroversen gefallen mir.”
Der Festivalkatalog mit allen Filmen und Beschreibungen kostet 6 Euro.
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