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Der Film „Der seltsamer Fall von Benjamin Button“ ist ein seltsamer Film. Ein seltsamer Film für David Fincher, weil er so „normal“ und ruhig zu sein scheint. Wo sind die Mörder, die Blutströme und das Suspense? Die Regeln zu brechen ist eine Regel für Fincher.
Eine Geschichte von F. Scott Fitzgerald wird verfilmt. Aber Fincher täte sich Leid irgendeine, wenn auch von einem Genie geschriebene, Geschichte nur zu verfilmen. Er und der Drehbuchautor Eric Roth erschaffen sie neu. Aus einer Kurzgeschichte wird ein Epos.
Benjamin Button kommt als Greis auf die Welt, um als Säugling zu sterben. Dazwischen ist ein Leben, das im 20 Jahrhundert verbracht wurde. Und dieses Jahrhundert wird in dem Film präsentiert. Die Weltkriege, der Glamour der 40-er und die Farben der 50-e, der Style der 60-er etc bis in unsere Zeit. Das Ende der Geschichte wird vom Hurrikane Katrina eingeholt. Wobei man von einem Ende man nicht direkt sprechen kann, da die Zeit in diesem Film eigene Dimensionen bekommt. Somit fängt der Film mit dem Ende an und kehrt immer wieder „back and forth“.
Es ist ein Metapher: wie lebt ein Mensch, wenn er nicht Angst von dem Alter haben soll, sondern von der Jugend? Wenn immer jünger zu werden zu einem Horror wird? Wenn alle geliebten Menschen früher als man selbst gehen… Wenn die Angst und die Einsamkeit fast das einzige ist, was man hat. Was macht man dann?
Man lebt.
Und so tut es auch Benjamin Button, hervorragend gespielt von Brad Pitt. Der Mann schafft es – immer wieder zu überraschen. Fast die gesamte Zeit des Films (2 Stunden) verbringt er als ziemlich hässliche Kreatur. Aber das wichtigste ist, die Entwicklung von Benjamin – als Kind im Körper des alten Mannes ist er verspielt und neugierig. Als schöner Jüngling, leicht digitalisiert dazu, hat er die Augen eines 100 Jährigen. Die Probleme des Alterns sind Pitt auch nicht fremd: so hat er sich in einem Interview über sein von ihm wegfliehendes Gesicht beklagt. Er durchlebt die Rolle, er durchspielt sie nicht nur. Die Nominierung zum Oscar war gerechtfertigt, ich wünschte, er hätte gewonnen.
Wirklich besonders ist die Stimme von Brad Pitt. Gott lob einer DVD und der Originalton Spur! Seine deutsche Stimme ist Klasse, aber sie ist eher hell, wobei seine Originalstimme ziemlich dunkle Farbe hat, was eine komplexere Persönlichkeit ergibt.
mehr zum Film bei areyouscreening.com
Tags: DavidFincher
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Es gibt auf ted.com ein interessantes video, in dem gezeigt wird, wie die Alterung technisch realisiert wurde. Dabei wurde das Gesicht von Benjamin bis auf die Szenen gegen Ende komplett vom Computer gerendert – als Basis diente hier aber auch das Gesicht von Brad, das anschließend nur gemorpht wurde.
link: http://www.ted.com/talks/ed_ulbrich_shows_how_benjamin_button_got_his_face.html
Ein sehr geiler Film! Hoffentlich bald im Free-TV.