EASY VIRTUE – EINE UNMORALISCHE EHEFRAU
by Su on Jul.06, 2010, under 5 min nach dem Film
Seit 24. Juni 2010 im Kino. Nach Robert Altman’s grandiosem “Gosford Park” 2001 muss jede englische Gesellschafts-”Komödie” (wenn die Bezeichnung auf “Gosford Park” zutreffen soll, eine schwarzhumorige) einem harten Vergleich standhalten.
“Easy Virtue – eine unmoralische Ehefrau” von Stephan Elliott’s (“Pricilla – Königin der Wüste) braucht sich nicht zu verstecken. Charme, Attitüde und Plattitüden im Film sowie u.a. eine glänzende Jessica Biel sind sehenswert, und dass sich die Welt besonders englische Fallhöhen auf der Leinwand anschauen möchte, zeigt sich an guten Zuschauerzahlen. Die Story ist nach einem Stück von Noël Coward, das schon einmal (erfolglos) von Alfred Hitchcock 1928 verfilmt wurde.
Kurz zum Plot: Nach einem Aufenthalt in Südfrankreich bringt der junge John Whittaker (Ben Barnes) seine sehr attraktive und sehr amerikanische Ehefrau Larita (Jessica Biel) mit auf den gediegen englischen, elterlichen Landsitz. Die Familie, ganz vorne die Schwiegermutter Veronica (Kristin Scott Thomas), steht Larita’s feurigen Charakter und Stil eher ablehnend gegenüber, was durch einige peinliche Zwischenfälle in reine Ablehnung umschlägt.
Die Geschichte spielt in den 1920/30er Jahren als eine Frau wie Larita – schön und abenteuerlustig – das Non Plus Ultra einer modernen Frau verkörperte. Larita strahlt als Rennfahrerin von den Titelblättern internationaler Gazetten und ist gesellschaftlich mit allen Wassern gewaschen. Hat also Lebenserfahrung und einen sehr eigenen Willen im Gegensatz zu den englischen Traditionalisten aus ihrer angeheirateten Familie. Die Whittakers kleiden sich in englischen Tweed und alle Nuancen von Grau und Braun, spielen tagelang Tennis oder gehen auf die Jagd, Larita erscheint stets glänzend gekleidet als ‘Königin jedes Festes’, hasst alle Arten von Rasenschach oder blutige Jagden. Sie mischt also gründlich die berühmt-berüchtigte englische Langeweile auf. Dass hinter den dicken Fassaden der schönen Landsitze einiges an Mief verborgen sein muss, liegt auf der Hand. Schließlich geht es darum – wie oft im Leben – die Pfründe zu sichern. Auffällig, wie ’schwach’ die Männer dargestellt sind – es handeln eindeutig die Frauen.
Seit 24. Juni 2010 im Kino
Dt. Webseite: www.easy-virtue.de
Intern. Website: www.sonyclassics.com/easyvirtue/
Großbritannien 2008
Regie: Stephan Elliott
Darsteller: Jessica Biel, Kristin Scott Thomas, Colin Firth, Ben Barnes, Kris Marshall, Kimberly Nixon
Länge: 97 Minuten
Verleih: Sony




