DIE HAUT, IN DER ICH WOHNE – Review Nr. 2

by on Nov.16, 2011, under 5 Minuten nach dem Film

Regisseur Pedro Almodovar hat uns schon immer einiges zugemutet, was die Abgründe der menschlichen Seele angeht. Seinem neuesten Werk, dem Thriller „Die Haut, in der ich wohne“, fehlt aber, was die früheren Filme trotz ihrer Grausamkeit verdaulich macht: die trashige Melodramatik, die einem half, das Entsetzen wegzulachen.

Zur Story sei nur kurz gesagt, dass der Chirurg Roberto Ledgard (Antonio Baderas, gut aber unattraktiv, kein Lachen, kein Charme) aus völlig überzogener und barbarischer Rache aus einem Menschen (leicht neurotisch, aber bezaubernd Elena Anaya) einen neuen Menschen näht. Es mischen sich da persönliche Motive mit den Allmachtsphantasien des wissenschaftlichen Schöpfers (die transplantierte Haut ist z.B. stabil vom Schwein, das Kreuzen von Mensch und Tier ist aber ein medizinisches Tabu). Die Frankensteinsche Kreatur namens Vera ist gänzlich Ledgards Eigentum; sie wird komplett mit Videokameras überwacht und nach Belieben untersucht und operiert. Vera kämpft um ihr seelisches Überleben durch Yoga, durch Kunst und dadurch, dass sie das symbiotische Verhältnis mit ihrem Peiniger bekräftigt.

Ledgards Verhalten wird nicht plausibel. Der Verlust von Frau und Tochter haben ihn nicht verrückt gemacht, er muss es schon immer gewesen sein. So schiebt sich der Film über zwei beklemmende Stunden an sein böses Ende heran, ohne dass der Protagonist eine wirkliche Entwicklung durchmacht, während Veras auch nur skizzenhaft bleibt.

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