WILLKOMMEN IN CEDAR RAPIDS
by mo. on May.10, 2011, under 5 Minuten nach dem Film
CEDAR RAPIDS erzählt eine gängige Geschichte: ein Kleinstadt-Blauauge namens Tim Lippe (Ed Helms) reist in eine Metropole (nun gut, in diesem Fall eine mittlere Großstadt in Iowa) und erlebt dort allerlei bizarre Abenteuer. Seine gute Seele nimmt, zu unser aller Freude, aber keinen Schaden. Was als Story erstmal klischeehaft und langweilig klingt, hat Regisseur Miguel Arteta in eine schnelle und witzige Komödie verwandelt.
Tim ist 34 Jahre alt und Versicherungsagent mit einem „Tu Gutes“-Berufsethos. Tims Eltern sind tot. Sein Boss hat die Rolle des Vaters übernommen, und als Mutterersatz dient ihm seine Grundschullehrerin Macy (sehr charming: Sigourney Weaver), mit der er eine Affäre hat, nicht ohne in Folge eine Ehe anzustreben.
Als ein Kollege unter dubiosen Umständen stirbt, muss ausgerechnet Tim das erste Mal in seinem Leben ein Flugzeug besteigen und die Firma auf der Jahresversammlung der Versicherungsagenturen des Mittleren Westens vertreten. Speziell geht es darum, eine Auszeichnung zu gewinnen, die auch die letzten Jahre an seine Firma gegangen ist.
Tim macht sich das erste Mal fast in die Hose, als sich herausstellt, dass er sich die Hotelsuite mit zwei Männern, einer davon schwarz – „Macy, da ist ein großer schwarzer Mann in meinem Zimmer!“ – (Isiah Whitlock Jr.), der andere ein fluchender und trinkender Frauenjäger (John C. Reilly), teilen muss. Das Trio wird durch die attraktive und feierfreudige Joan (Anne Heche) ergänzt, und Tim gewöhnt sich in der Gesellschaft der Versammlungsveteranen an SPASS mit Großbuchstaben. Dieser „Spaß“ ist einerseits ganz lächerlich, mitternächtliches Nacktbaden im Hotelpool und Marihuana rauchen, andererseits kennt jeder das Phänomen, dass normale, berufstätige Menschen plötzlich zu Achtklässlern mutieren können, wenn man ihnen ein paar Drinks und ein Karaoke-Mikro in die Hand drückt. Mit anderen Worten, dass der unbeleckte Tim einen Kulturschock erleidet, glaubt man sofort.
Man lacht über die Irrungen und Wirrungen, ohne die Protagonisten auszulachen. Als Tim beim Nacktbaden vom Chef der Versammlung erwischt wird und glaubt, dass er nun seinen Job los ist, erinnert Macy ihn an die Babyvögel, die sie einst im Klassenzimmer hatten. Diese wurden von ihrer Mutter aus dem Nest gestoßen, wenn sie flügge waren, und Tim soll nun auch los fliegen und sein Leben leben. Tim heult fast, und auch als Zuschauer schwankt man zwischen Weinen und Lachen. Fast verliert Tim seine moralische Unschuld, indem er einen Betrug startet, doch am Ende bleibt alles gut. In CEDAR RAPIDS agieren echte Charaktere, die eine Entwicklung durchmachen und sich am Ende, trotz aller Unterschiede, als Freunde begreifen.
Eine schöne Komödie, die mit unprätentiösen 87 Minuten Laufzeit auskommt.
Websites:
www.fox.de/cinema/willkommen_in_cedar_rapids-13006/13006/
www.foxsearchlight.com/cedarrapids/
WILLKOMMEN IN CEDAR RAPIDS
Regie: Miguel Arteta
mit Ed Helms, John C. Reilly, Anne Heche, Sigourney Weaver
Filmstart: 26.Mai 2011
Filmlänge: ca 87 Min.
Verleih: FOX





