Klaus Kinski – KINSKI TALKS 2
by mo. on Apr.08, 2011, under Diverses
Nachdem KINSKI TALKS 1 sich offensichtlich gut verkaufte, hat Kinski-Nachlassverwalter Peter Geyer nachgelegt und, getreu der Maxime, dass Kinski niemals aufhört zu reden, die KINSKI TALKS 2 herausgebracht. Die Edition besteht aus folgenden Interviews (bzw. Versuchen) mit Kinski:
- “Zeit zu zweit” mit Désirée Nosbusch
- “NDR Talkshow” mit Alida Gundlach
- “Dinocittà” mit Jay Miracle
Die “Zeit zu zweit” mit Kinski und der 20jährigen Désirée Nosbusch ist vergleichbar mit 44 Minuten Wurzelkanalbehandlung ohne Betäubung. Der Anfang (schmollenden Mundes fährt Désirée im offenen roten Cabrio zum Interview und denkt laut über den Klaus und das Leben nach, im Hintergrund dudelt Fahrstuhlmusik) ließ mich ein Remake von Deep Throat antizipieren. Statt einem Porno (sieht man einmal davon ab, dass sich Kinskis Kopf in weiten Teilen des Interviews auf Désirées Schenkel befindet) wohnt man dann der “Schönen und das Biest” bei und muss unendlich zuhören, wie die Kleine belehrt wird, mal aggressiv, mal zärtlich. “Das ist ja geradezu rührend, wie dumm du bist!”, verkündet das Biest.
Alida Gundlach (die im übrigen auch so aussieht, als würde sie bei “Freche Hausfrauen 4″ mitspielen, blame it on the 80s) scheint in der NDR Talkshow keine große Freude am Interview mit Kinski zu haben. Dass er auf Fragen, wie warum er denn immer nur Bösewichte spiele, wenig Lust hat zu antworten, ist verständlich. So beginnt die Endlosschleife: a) ich tue es nur für Geld und b) ich spiele nicht. Lediglich Jay Miracles Interview ist spannend. So redet Kinski z.B. über sein schwieriges Verhältnis zu Werner Herzog.
Die Kraft und die Originalität seiner schauspielerischen Leistung, das interessiert an Kinski. In den Interviews hingegen pendelt Kinski undurchschaubar zwischen Genie, Wahnsinn und Marketing hin und her und wird zum Klischée seiner selbst.
Klaus Kinski – KINSKI TALKS 2
DVD 40195 9300625 8 – Kinski Talks 2 bestellen
Gesamtlaufzeit ca. 139 Min.
Sprache: Deutsch
FSK: 0
Bildformat: 4:3
Deutsche Grammophon Literatur
VÖ: 8. April 2011




