DER NAME DER LEUTE / LE NOM DES GENS
by mo. on Apr.04, 2011, under 5 Minuten nach dem Film
Regisseur Michel Leclerc hat eine Komödie vorgelegt, die nicht immer zum Lachen ist. Bahia (Sara Forestier) ist eine selbstbewusste junge Frau, die scheinbar keine Angst und keine Scham kennt. Ihre Mutter, eine Politaktivistin, die Bahias Vater vor allem geheiratet hat, weil er ein algerischer Flüchtling war, hat ihr das soziale Engagement in die Wiege gelegt, und Bahia hat ihre ureigene Methode der Umsetzung gefunden. Sie schläft mit konservativen Männern, um sie ideologisch zu umzudrehen. Ihre sexuelle Opferbereitschaft hat allerdings einen ernsten Hintergrund: Bahia wurde als Kind missbraucht.
Bei einer Radiosendung lernt Bahia Arthur Martin (Jacques Gamblin) kennen. Der ist zwar ein Anhänger Jospins, des bekehrenden Beischlafs also an sich nicht bedürftig, aber dafür ist er privat äußerst vorsichtig und konventionell. Das hat seinen Grund. Die Eltern seiner Mutter wurden in Auschwitz vergast, und nun gilt es in der Familie Martin vor allem, nicht aufzufallen, brave französische Bürger zu sein, und Leidenschaft nur für technischen Fortschritt zu entwickeln und zu zeigen.
Nicht nur Arthur, nein, seine ganze Familie will Bahia nun ans Licht führen, denn sie ist der Meinung, dass man jeden Schrecken verbalisieren und nachempfinden muss. Das, was Arthur an Bahia bewundert, ihren unerschrockenen Enthusiasmus und ihre Lebenslust, verängstigt ihn auch. Die Liebe der beiden so unterschiedlichen Menschen scheint zu scheitern. Am Ende aber heiraten die beiden und setzen ein Baby in die Welt, in der gefühlsseeligen Hoffnung, dass eines Tages jeder Mensch in Frankreich glücklich sein kann, unabhängig von seinem Glauben, seiner Rasse und seiner Herkunft.
Der Name der Leute erhielt bei der Césars-Verleihung 2011 den Preis für die beste Hauptdarstellerin und das beste Orginal Drehbuch. Die Darsteller spielen überzeugend, insbesondere die sehr junge Sara Forestier lässt die Kamera ganz nah an sich heran. Der Film ist oft kühn und auf respektlose Weise komisch. Manches Mal ist mir der Film aber zu plakativ, einerseits authentisch, aber dann doch nicht bis zum bitteren Ende. Zu konstruiert erscheint mir der sexuelle Missbrauch. Bahia hätte mit ihrem Background auch so zur erotischen Missionarin werden können. Ein Film, dem man intensive Momente verdankt und Anerkennung zollt, aber der nicht die tiefe Befriedigung verschafft.
http://www.dernamederleute.x-verleih.de/
Der Name der Leute – Le Nom des gens
Regie: Michel Leclerc
Mit Jacques Gamblin, Sara Forestier, Zinedine Soualem, …
Genre: Komödie
Länge: 103 min
Land: Frankreich 2010
Verleiher: X-Verleih
Starttermin: 14. April 2011
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DER NAME DER LEUTE – Premiere im Cinéma Paris « CinemaZine
July 30th, 2011 on 18:26[...] Berliner Premiere DER NAME DER LEUTE / LE NOM DES GENS (zur Film-Review) [...]





April 19th, 2011 on 07:47
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