NOWHERE BOY
by mo. on Jan.07, 2011, under 5 Minuten nach dem Film
Eigentlich wollte ich „Das Ende ist mein Anfang“ sehen, den Film von Jo Baier über den Journalisten Tiziano Terzani. Der lief aber nicht. „Sie wissen doch“, sagte die sympathische Kinokartenverkäuferin, „in der zweiten Woche klappt das oft nicht mit den Programmvorschauen bei Tip und Zitty.“ Zur Ausfall hatte ich stattdessen den neuen Woody Allen, der sei ganz nett (wollte ich aber nicht, weil der a) schon in cinemazine besprochen wurde und b) Woody Allen seit ein paar Jahren auf „ganz nette Filme“ spezialisiert scheint) oder eben den „Nowhere Boy“.
Regisseur Sam Taylor-Wood zeigt uns das Leben, das der 15jährige John Lennon (Publikumsliebling Aaron Johnson) führt. Er lebt bei seiner strengen Tante (Kristin Scott Thomas) im piefigen England der 50er Jahre, und in der Schule fällt er vor allem durch Dummheiten auf. Dann lernt er seine echte Mutter (Anne-Marie Duff) kennen, die zwischen Lebenslust und Depression schwankt. John leidet so darunter, von seiner Mutter anscheinend verstoßen worden zu sein, dass er einerseits ein richtig wütender, oft aggressiver Bursche wird und andererseits beschließt, Elvis Presley den Rang abzulaufen.
Johnson spielt gekonnt den Frust, die Sehnsucht, den Größenwahn, die Arroganz des jungen Lennon, und Kristin Scott Thomas ist perfekt als englische Lady. Als ihr Mann stirbt, sagt sie zum weinenden John, der ihre Nähe sucht „Now let´s not be silly“, und das löst wirklich Gänsehaut aus.
Sam Taylor-Wood schafft es gut, eine Ära zu porträtieren. Letztendlich ist das Schicksal John Lennons aber weder als individuelle Geschichte noch als allgemein gültige Parabel bedeutend genug, um einen tiefen emotionalen Eindruck zu hinterlassen.





January 10th, 2011 on 17:37
Fand ich auch nicht schlecht. Lennon verdient noch ein Paar Filme.