David Fincher THE SOCIAL NETWORK, 2010
by inna on Dec.06, 2010, under 5 Minuten nach dem Film
Alles ist neu in diesem Film. Es ist der neue Film von David Fincher. Es ist ein Film der einer aktuellen Erscheinung in unserer Gesellschaft gewidmet ist, den Social Media, bzw. Facebook. Die Schauspieler sind frisch, die Geschichte ist zwar nicht neu, aber sie hat einen neuen Beigeschmack. Was aber wirklich neu ist, ist dass der Film mit der Realität verwoben ist, wie die neuen (Social) Mass Media es eben auch sind. Man geht zu Facebook, klickt auf „i like“ bei Mark Zuckerberg oder bei anderen Mitspielern der Geschichte und indem, dass man „Facebook“ nutzt wird man selbst zu dem Part der Geschichte. Der Film ist gegenwärtig, weil Facebook für viele die Gegenwart ist.
Als der Film rauskam, konnte man lesen, was für ein Monster und Soziopath Mark Zuckerberg sei. Ich fand nichts von all dem. Was ich fand, ist eine moderne Bonaparte-Geschichte. Es ist die Geschichte über den Menschen, der schon immer wusste, was er wollte. Er wollte nach oben. Er suchte die Wege, die nach oben führen. Harvard war schon immer ein guter Anfang.
Die Geschichte erzählt von einem Menschen, der anders ist. Er denkt schneller, er spricht oft das aus, was andere nicht mal zu denken wagen. Oft denkt und spricht er zu schnell und zu unpassend für seine Umgebung.
Je höher er aufsteigt, desto leichter wird für ihn einen Gespräch- und Ideenpartner zu finden. Sean Parker (Justin Timberlake), der Gründer von Napster hat, schon ein Paar berauschende Erfahrungen gemacht. Und er stellt sich als „Door-Opener“ bereit.
Facebook beginnt zu rollen und Mark denkt sich in die Zukunft hinein.
Wir wissen alle, wie weit Facebook jetzt ist, niemand weiß aber, wie weit Facebook noch kommt.
Die von den Medien so gerne beschriebenen „düsteren Geheimnisse“ konnte ich nicht auffinden.
Sein treuer und einziger Freund (Eduardo Severin), gut gespielt von Andrew Garfield (dem neuen Spiderman), zerstört beinah das junge Unternehmen und wundert sich dann, warum er rausgeschmissen wird.
Die sehr hübschen und nicht weniger dubiosen Winklevoss-Zwillinge (Armie Hammer) können auch nicht auf die einfache Frage Zuckerbergs „Warum habt ihr dann das Facebook nicht gemacht, wenn es praktisch schon fertig war?“ eine verständliche Antwort finden.
Die Brillanz von Fincher besteht dennoch darin, dass jedem Zuschauer die Möglichkeit bleibt, seine eigene Version der Story aus dem Film rauszuhören.
Dazu ein Paar Hintergrund-Infos und Interviews mit dem echten Zuckerberg:
http://www.youtube.com/watch?v=VTfzXyvqKN8&feature=player_embedded
http://www.youtube.com/watch?v=dXcWXiHgTZQ&NR=1&feature=fvwp
Originaltitel: THR SOCIAL NETWORK
USA 2010
Regie: David Fincher
Buch: Aaron Sorkin
Darsteller: Jesse Eisenberg, Andrew Garfield, Armie Hammer, Justin Timberlake





December 7th, 2010 on 15:04
Ich finde es interessant, dass Du den Film als “inspirierend” beschreibst… Mir ging es genau andersrum, ich war nach dem Film eher niedergeschlagen. So unterschiedlich sind die Menschen und die Wahrnehmungen!
December 7th, 2010 on 17:16
Hmm, warum niedergeschlagen? Er hat doch sein Facebook und es blüht und gedeiht wie eh und je.
Ich fand es inspirierend, dass ein Mensch so eine riese Sache anfängt, durchzieht und Erfolg damit hat. Das ist doch toll, oder?..
December 8th, 2010 on 11:56
Ich stimme mit Dir darin überein, dass es bewundernswert ist, wenn jemand seinen Stiefel so durchzieht (siehe auch meine Rezension hier zu dem Film auf diesem Blog). Dennoch – der Typ wird so negativ und anti-sozial, arrogant und herablassend dargestellt, dass man ihn nur scheiße finden muss. Wenn man sich dann den echten Mark Zuckerberg anguckt, merkt man eigentlich, dass der ein fröhliches Nerd-Kid ist (vielleicht nicht mit den besten Social Skills, aber das macht ihn mir umso symphatischer). In dem Film ist er nur herablassend, anti-sozial und arrogant zu anderen. Ich glaube nicht, dass er wirklich so ist. Aber so einen Charakter zu sehen (einen ganzen Film über), deprimiert mich irgendwie.
December 8th, 2010 on 18:01
@c-laudia: Ich finde ihn eigentlich gar nicht anti-sozial. Mir scheint er einfach hochkonzentriert zu sein. (Seine Freundin hat sich überhaupt nicht bemüht, seine Logik zu verstehen. Sein Freund hat ein Bißhen Geld investiert und dann wurde sauer, weil er doch nicht als großer Macher akzeptiert war. Hmm… Mark sieht einfach einiges, was seine Umgebung gar nicht erkennt oder realisiert. Er denkt doppelt zu schnell und arbeitet drei Mal so viel, wie die anderen. Und ja, er ist ziemlich einsam darin. Aber es macht ihn doch nicht zu einem anti-sozialen, nur zu einem eigenartigen Menschen. Was ist schlimm dabei?
Ich glaube manchmal, dass durch die Social Media dürfen viele eigenartige Menschen endlich zu sich selbst stehen dürfen.
Ich finde es Klasse mit dir darüber zu reden.
December 8th, 2010 on 18:07
@study abroad: All compliments should be sended to Su!!! But thank you. This is really great blog. We´re happy be the part of it.
December 9th, 2010 on 03:04
@study abroad: it’s not a big thing. In the footer you find the link to the theme ‘Pixel’. We changed the bg-picture and the color of the ikons and links. BG-Picture is from the movie BANSKY (we change bg every 2 months) – one of us (macro) completed it by a better-to-read stripe. Greetz
January 14th, 2011 on 07:03
Warum kommt man auf meine alte (ewig umgebaute Seite) und nicht auf mein Blog (www.innaligum.com), wenn man auf meinen Namen klickt?!!
January 14th, 2011 on 07:04
O.k. ich weiß jetzt, warum.
March 3rd, 2011 on 04:30
Ich fand, dass “The Social Network” ein richtiger Jungsfilm war. Letztendlich ging es nur um “meiner ist größer, schneller, glitzender als deiner”, was mich ein bisschen langweilte. Zuckerberg im Film wirkt fast autistisch, was auf viele Frauen anziehend wirkt. An einer Nuss wie Zuckerberg kann frau sich richtig abarbeiten – ich geh lieber einen Nussbaum pflanzen!
March 3rd, 2011 on 05:20
@Mo: Eine interessante Meinung, die ich nicht teile. Danke für Kommentar.
March 7th, 2011 on 07:22
Fundstelle: http://blogs.suntimes.com/scanners/2011/02/networking_the_frames.html#more
- scanner’s blog mit einer Interpretation