MARY UND MAX – ODER SCHRUMPFEN SCHAFE, WENN ES REGNET?

by on Dec.03, 2010, under 5 Minuten nach dem Film

Mary & Max

Meine Meinung zu diesem Film ist gespalten. Einerseits gefällt mir die Optik des Films sehr gut, dass es sich um einen Animationsfilm in Stop-Motion-Technik handelt sowie die Tatsache, dass ein Animationsfilm so ein ernstes Thema aufgreift. Andererseits ist gerade letzteres das, was nicht gerade bewirkt, dass man gut gelaunt aus dem Film heraus geht.

Es geht um ein kleines, einsames Mädchen in Australien, das per Zufall eine Adresse in Amerika aus einem Telefonbuch heraus sucht und der dahinter stehenden Person einen Brief schreibt. Die Person, die im “realen Leben” (sofern man das von einem Animationsfilm sagen kann) dahinter steht ist ein vierundvierzigjähriger, übergewichtiger Mann mit Asberger Syndrom. Obwohl die beiden unterschiedlicher nicht sein können, entdecken sie ihre gemeinsame Vorliebe für Schokolade und es entwickelt sich eine rege Brieffreundschaft zwischen den beiden. Als Mary alt genug ist, schreibt sie sich an der Universität für Psychologie ein und schreibt ein Buch über das Asberger Syndrom. Als sie Max das erste Exemplar schickt ist dieser völlig außer sich und beendet den Kontakt mit Mary. Das trifft Mary sehr hart. Sie vernichtet alle Kopien ihrer Bücher und beginnt zu trinken. Ihre Ehe geht in die Brüche. Schließlich besinnt sich Max eines besseren, nimmt den Kontakt zu Mary wieder auf und verhindert in letzter Minute, dass diese Suizid begeht. Mary hört auf zu trinken und beschließt, Max endlich in Amerika zu besuchen. Als sie ankommt ist Max jedoch bereits tot.

Wie gesagt, nicht unbedingt ein fröhlicher Film.

Schön gemacht finde ich den optischen Unterschied der beiden Lebenswelten von Max und Mary. Beide Welten sind schwar-zweiß (mit gelegentlich Einsprenklern von Rot), allerdings ist die Optik in Marys welt in einem braun-gelblichen Sepia gehalten, während Max’ Welt in einem kühlen Grau gezeichnet wird. Am Ende des Filmes begegnen sich beide Farbwelten endlich und verschmelzen miteinander. Auch das bewirkt jedoch nicht, dass man mit guter Laune und frohen Mutes aus dem Film heraus geht.

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1 Comment for this entry

  • Colin

    Endlich ein gut zu lesender Beitrag, besten Dank. Muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Generell finde ich diesen Blog gut zu lesen.

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