DIE GROSSE DEPRESSION – Konstantin Faigle
by su on Aug.31, 2005, under 5 Minuten nach dem Film, Interviews
August 2005: Konstantin Faigle stand Frage und Antwort zu seinem Dokfilm.
DIE GROSSE DEPRESSION – made in Germany.
Michael Moore hätte es schwer in Deutschland …
Demoskopie kann super bekömmlich sein! Der gebürtige Schwabe Konstantin Faigle beweist das augenzwinkernd in DIE GROSSE DEPRESSION. Wie der Zufall es will drehte der Filmemacher 2004 in Zusammenarbeit mit den ZDF einen lebensbejahenden Dokumentarfilm über einen wunden Punkt der deutschen Volksseele, das Miesepetrig sein. Wie die Faust aufs Auge zur Wahl Mitte des Monats passend, startet die Komödie ab 01. September in unseren Kinos.
Faigle und sein Team begaben sich dazu mit dem Kleinbus auf eine Reise durch Deutschland – ausgestattet mit einem irgendwann untrüglichen iss-was-Lächeln, tollen Ideen bezüglich Umsetzung und deutscher Gründlichkeit bei der Recherche. Zu Wort kommt Faigles Vater genauso wie öffentliche Personen aus Glauben, Gesellschaft und Lehre.
?Wie kamst du auf die Idee zum Film?
Konstantin Faigle: Die Welt war voll Hiobsbotschaften, Fußballdeutschland lag danieder, ich sollte, wie ich es ja auch im Film berichte, Vater werden und Friedrich Merz sagte den Satz: jedes neugeborene Kind kommt mit 16500 DM Schulden zur Welt. Es waren eindeutig die vielen apokalyptischen Reiter. Ich wollte die Stimmung im Land einfangen und etwas über die Selbstsicht der Deutschen erfahren. Jeder sagt über sich, er sei optimistisch, doch man kennt das, es gelingt nicht wegen der vielen anderen Deutschen. Es bewegte mich persönlich, bin ja genauso.
?Bist du ein politischer Mensch?
Faigle: In anderer Form. Ich engagiere mich nicht auf die üblichen Arten. Politik und Gesellschaft interessieren mich, weil es mich umgibt. Filmemachen ist meine Art Stellung zu beziehen. Oft fällt in diesem Zusammenhang der Name Michael Moore, der im Cowboystil Amerika befragte. Da bin ich natürlich anders und Amerika ist anders. Michael Moore hätte es schwer in Deutschland.
?Wie fühlt man sich nach deinem Film? Zu verdrossen, um am 18. September wählen zu gehen?
Faigle: Oh nein (lacht). An unseren Film gehen wir mit einer ganz anderen Sicht ran. Es geht nicht um Erlösergedanken, sondern um einen gedanklichen Wandel, Geduld haben und Optimismus an den Tag legen. Das mit der deutschen Schwermut ist eine komplexe Sache, die sich von Generation zu Generation weitervererbt. Generell besteht die Lösung für uns Deutsche darin zu sagen: wir sind gründlich, Depression ist scheinbar die Schattenseite der Gründlichkeit. Deshalb denken wir gründlich darüber nach, was geht.
?Wagst du eine Prognose bezüglich des Wahlausgangs?
Faigle: Keine Prognose. Bis zum letzten Tag kann sich alles ändern. Doch ich bin optimistisch. Nichts kann man falsch machen, die Programme der großen Parteien sind zu nahe beieinander. Reformen, Geduld und eine andere Sicht der Dinge. Ich halte es mit dem Spruche meines Vater: der Ball ist rund und das Spiel dauert 90 Minuten. An dem Tag werden hoffentlich viele zur Wahl gehen.
?In deinem Film versuchst du bis zum deutschen Meinungsestablishment, der BILD Zeitung, vorzudringen. Was glaubst du, kommt noch an Schlagzeilen?
Faigle: Egal. Es nutzt nichts die BILD Zeitung abzuschaffen. Der Druckpunkt wird nur zu oft gedrückt. Zweck meines Besuches war, den Chef zu fragen, ob man da nicht etwas medienpolitischer rangeht. Die BILD hat keine schlechten Journalisten, die können das sehr gut, das muss man positiv nutzen. Die Lösung ist das Ganze mit Humor zu sehen, nicht so faustisch-deutsch.
Wo leben die glücklichsten, wo die unglücklichsten Deutschen?”
Laut einer im Auftrag von McKinsey, ZDF, AOL und dem Stern erhobenen und veröffentlichten Studie leben 2005 in Stuttgart und Mittlerer Oberrhein die glücklichsten Deutschen, Altmark und Halle/Saale die unglücklichsten.
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December 25th, 2008 on 08:41
Hello, I do not speak German. I watched this documentary with English subtitles on SBS Australia.
I found this documentary engrossing, not only did we get a view in Konstantin’s personal experience, there were also the most wonderful clear-thinking people interviewed across Germany. These people were very adept at communicating some of the fundamental concepts that specifically impact the German psyche, but those same concepts that affect the human condition. I particularly enjoyed the interview with Klara(?) about ‘memes’ and their societal impacts. Also the conversation in the monastery that dealt with a conversation on being in ‘the present’ (i.e. not the past or future).
I stumbled via Goggle upon this webpage as I sought to find an English version to revisit the documentary.
Regards,
Russell, Australia.