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Bin ich sexy? – Marie-Luise Schramm

by on Jun.21, 2005, under 5 Minuten nach dem Film, Interviews

Think Pink

“Bin ich sexy?” – das fragt sich jeder. Die Antwort gehört oft zu den harten Lektionen im Leben.
Das Interview mit der Schauspielerin Marie-Luise Schramm fand im Juli 2005 statt.

Der erste Langfilm von Regisseurin Katinka Feistl, der am 23. Juni 05 in den deutschen Kinos anläuft, erzählt schwungvoll und schonungslos von der Phase jugendlicher Selbstfindung. An der Schauspiel-Front glänzt die selbstbewusste 21-jährige Berlinerin Marie-Luise Schramm, die vor zwei Jahren den Max Ophüls Preis als “Beste Nachwuchsdarstellerin’ erhielt. “Bin ich sexy?” wurde der Aktrice, die die Schule vorzeitig abbrach und schon mit ihren jungen Jahren eine echte self-made Woman ist, von Drehbuchautorin Sabine Brodersen auf den Leib geschrieben. Zum Inhalt: Pink gehört absolut zu Mareike Falkens Lieblingsfarben. Sie ist 15 und wohnt mit ihrer verwitweten Mutter und zwei Geschwistern in einem Vorort von Mannheim. Sie möchte Model werden, ohne die dafür nötigen Idealmaße zu besitzen. Aber Mareike glaubt an ihre Chance und sie will sich durchsetzen. “Heute reicht Schönheit nicht mehr, um ein Model zu werden. Da musste schon was Besonderes haben.”

? Weshalb muss man sich “Bin ich sexy?” ansehen?
Marie-Luise Schramm: Weil sich jeder an seine Jugend und die Probleme, die man mit der Schönheit hatte, zurück erinnert fühlt: der perfekte Body oder soundso sieht eine schöne Nase aus. Und … weil er noch viel viel wichtigere Sachen beinhaltet.

? Was fasziniert(e) dich an der Filmfigur Mareike?
Marie: Ihre vielen Seiten. Man bewundert und verachtet sie, man empfindet Mitleid mit ihr, sie macht sich ihre Probleme aber auch selbst. Der Schwung über die Gefühle von “schön, sonst bin ich nichts” bis zu dem, was sie über das Leben lernt. Persönlich bin ich nicht so der Modetyp, doch es machte riesigen Spaß, die ganzen verrückten Frisuren zu tragen.

? Du bevorzugst eher lässige Klamotten. Wie ist es dir im Film so perfekt gelungen, mit riesig hohen Stöckelschuhen Fahrrad zu fahren?
Marie: Ist es nicht wirklich. Wir haben die Szene sehr oft gedreht, weil ich es nicht hingekriegt habe. Ich bin immer abgerutscht. Man macht es dann irgendwie.

? Hast du einen Tipp für die Modesaison?
Marie: Da bin ich immer noch die Falsche für. Schlabberige Jeans, schlabberiges T-Shirt.

? Der Sexappeal ist eine subjektivere Sache. Worauf fährst du besonders ab?
Marie: Für mich strahlt das Schöne von Innen heraus. Natürlich stellt sich da nicht jemand hin und ich sehe seinen tollen Charakter. Das kommt mit der Zeit. Ich stehe außerdem auf schöne Hände.

? Wie hast du dich beim Catwalken gefühlt, was dir im Film prächtig gelingt?
Marie: Fand ich ganz furchtbar. Mit dem Maskenbildner habe ich den Hotelflur zum Catwalk umfunktioniert und geübt und geübt. Das hat schon Spaß gemacht. Beim Drehen war es dann schwieriger. Jeder, der rumstand, gab seinen Tipp dazu ab: das musst du so und so machen.

? Wie stehst du zum aktuellen Menschenbild, das in den Medien vermittelt wird?
Marie: Find ich nicht gut. Die ganzen Modemagazine vermitteln ein verfälschtes Bild. Das fördert nur den Realitätsverlust. Das Äußere zählt, und man wird auch schnell abgestempelt, wenn man dem nicht entspricht.

? Was gibst eine 21-Jährige den 15-Jährigen mit auf dem Weg?
Marie: Alles ein bisschen locker sehen.
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