Archive for 2005
Debüt im Dritten – Deutsch deutsche Bilderstürmer
by su on Dec.02, 2005, under Diverses
Neun rebellische und exzentrische Streifen Zelluloid hat das Max Ophüls Festival 2006 zu zwei Filmreihen zusammengepackt, die zwischen dem 23. und 29. Januar unter anderem in Saarbrücken’s neuer Camera Zwo über die Leinwand flimmern werden:
“Debüt im Dritten”, 20 Jahre Filmförderung für Jungfilmer vom SWR, und das “DEFA”-Studio für Spielfilm der DDR zeigen Raritäten für junge Revoluzzerherzen. Die folgenden Filme haben außerdem eine wichtige Rolle bei Ophüls Festival selbst gespielt. Dafür lohnt es sich doch, die Lauerstellung auf dem Sofa mal aufzugeben.
Drei Jugendliche brechen nachts in die Villen reicher Leute ein, räumen auf ihre Art und Weise auf und hinterlassen subversive Botschaften. Nicht nur die Creme de la Croissette beim Festival in Cannes huldigte dem Film “Die fetten Jahre sind vorbei” (Regie: Hans Weingartner) mit der frisch gekürten Europäischen Schauspielpreisträgerin 2005 Julia Jentsch.
Julia Jentsch spielt auch mit in der schrägen Pubertätsposse “Mein Bruder der Vampir” (Regie: Sven Taddicken) über Heranwachsende in der tragischen Phase vor dem ersten Sex.
Die blonde Schnepfe “Kroko” (Regie: Sylke Enders) ist eine knallharte Cliquenchefin, die für die Welt nicht viel übrig hat, bis sie zum Sozialdienst mit Behinderten verdonnert wird.
Dem Alltag gilt das Interesse von Deutschlands zur Zeit vielleicht beliebtestem Autorenfilmer Andreas Dresen. “Stilles Land” erzählt eine frühe Wiedervereinigunggeschichte aus dem deutschen Osten.
“Der Wald vor lauter Bäumen” (Regie: Maren Ade) – sich nicht mehr zurecht finden. So geht es einer Lehrerin, die ein neues Leben beginnen will, in dieser dramatischen und humorigen Story.
Pathologisch und beklemmend ist “Der Totmacher” (Regie: Romuald Karmakar) mit Götz George. Der Film erzählt vom Verhör des Massenmörder Haarmann, der mit dem Hackebeilchen.
Der DDR-Wehrdienst ist vorbei für “Ete und Ali” (Regie: Peter Kahane) und damit beginnt die Komödie über ein sehr ungleiches Freundespaar und eine Frau, die es zurückzuerobern gilt.
“Stielke, Heinz, fünfzehn” (Regie: Michael Kann) ist zu bedauern, man bescheinigt dem Musterschüler nach dem Blutschutzgesetz ein ‘Rottenführer mit Webfehler’ zu sein. Der getreue Hitlerjunge ist Jude.
“Erster Verlust” (Regie: Maxim Dessau) spielt während des 2.Weltkrieg und handelt von der Liebe einer Frau zu einem russischen Kriegsgefangenen.
Startseite
Transit Frankreich – Reihe Max Ophüls 06
by su on Dec.02, 2005, under 5 Minuten nach dem Film, Diverses
La frankofili ist weiblich
All die coolen Flimmerbilder, die atemlos tollen Frauen, die Männer mit dem Geheimnis, für das man sterben möchte? Im Kinosessel sitzen, auf die Leinwand starren, eingelullt in den butterweichen Gedanken “wie geil ist das denn’. … Und auch dieses Jahr haben wir gute Chancen auf warme Gedanken während der kalten Jahreszeit. Es gibt eine Filmreihe, die das Max Ophüls Filmfestival zur allgemeinen emotionalen Erwärmung ins Rennen um die beste Freizeitbeschäftigung zwischen dem 23. und 29. Januar schickt. “Transit Frankreich” zeigt weibliche Lebensentwürfe, die einer gewissen skurrilen Verzerrtheit unterliegen und in ungewöhnliche Geschichten verpackt sind. Gemeinsam ist den vier französischen Produktionen, dass sie von Frauen für Frauen entstanden. Ein gutes Beispiel für das, was die Franzosen nicht nur uns Deutschen voraus haben: die Frauen machen zu lassen.
Da ist einmal der Film “L’annulaire – Der Ringfinger” mit der wunderschönen und erotischen Olga Kurylenko in der Hauptrolle und dem coolen Stipe Erceg (bekannt aus “Die fetten Jahre sind vorbei”) in der männlichen Traumrolle schweigen, rauchen und gut aussehen. Nach einem Arbeitsunfall, bei dem sie ein Stück ihres Fingers in einer Abfüllanlage für Getränkeflaschen verliert, irrt Iris auf der Suche nach einem Job etwas holistisch durch die Gegend und findet Arbeit bei einem geheimnisvollen Wissenschaftler und Präparator. Story und Regie kommen von Diane Bertrand, die lange mit “Die fabelhafte Welt der Amelie”-Macher Jean-Pierre Jeunet zusammen arbeitete und mit “Der Ringfinger” eine geheimnisträchtige Welt erschuf, die auf der Ile de France und in Hamburg spielt.
In “Gentille” geht es von Anfang an absurd zu. Die Anästhesistin Fontaine Leglou (Emmanuelle Devos) schlendert durch Paris und läßt sich von einem Straßenkünstler zeichnen. Die Zeichnung wird zur unschönen Karikatur. Weiter ist da der Heiratsantrag, den Fontaine weder mit nein, noch mit ja beantwortet. Situationen spielen, um anders auszugehen. (Verbaler) Irr-Sinn und Ironie sind bei diesem Film verwoben im witzigen Einklang und situativ sehr komisch. Dabei stellt sich immer die Frage nach nett (frz: gentil, le) oder etwas weniger?
Auch bei “Quand la mer monte – Wenn die Flut kommt” verweist eine kleine Szene auf die Story des Films. Es ist ein Theaterstück, zu dem ein potentieller Liebhaber aus dem Publikum benötigt wird – eine komisch-tragische Mörderin sucht nach der großen Liebe. Die verheiratete Schauspielerin Irène tourt mit ihrem fahrenden Bühnenprogramm durch Nordfrankreich. Sie trifft den temperamentvollen Lebenskünstler Dries, der sie, schneller als sie sich versieht, begleitet. Die bekannte französische Schauspielerin Yolanda Moreau schrieb (mit Gilles Porte) das Skript, führte Regie und spielt bezaubernd diese Liebesgeschichte einer Frau, die zwei Leben lebt: Eigenheim und Bretter, die die Welt bedeuten.
Film vier stammt von einer Regisseurin, Brigitte Rouan, die, wenn sie alle ca. sechs Jahre einen Film macht, ihm nach eigenen Angaben in Ermangelung eines besseren realisiert. Sie hat uns aufgetischt “Traveaux” mit der wunderschönen Carole Bouquet in der typisch französischen Mittvierziger Krise. Sie verkörpert Chantal, erfolgreich, jedoch ohne Mann, bei der eine Wohnungsrenovierung die Lebensrevolution bringen soll. Sie selbst ist Anwältin und so kommt es dazu, dass über einen ehemaligen Klienten, den sie wegen eines Visums vertrat, Schwarzarbeiter ihre Wohnung und ihr Leben – eben dann doch ungewollt – revolutionieren. Eine im doppelten Sinne ‘schwarze’ Komödie für die Franzosen und ihr Integrationsproblem.
Startseite
“Transit Frankreich – femmes et femmes”:
“Der Ringfinger” – 27.01. um 18.30 Uhr und 28.01. um 21 Uhr, Camera Zwo
“Gentille” – 27.01. um 21 Uhr und 28.01. um 18.30 Uhr, Camera Zwo
“Wenn die Flut kommt” – 25.01. um 18.30 Uhr und 26.01. um 21 Uhr, Camera Zwo
“Traveaux” – 25.01. um 21 Uhr und 26.01. um 18.30 Uhr, Camera Zwo
Lichtspielleiterwechsel camera zwo
by su on Dec.01, 2005, under Diverses
WM* 2006
Saarbrücken, im Dezember 2005
Ein Wechsel beim “Scala” mit seinem One-Dollar-Kino-Konzept erhitzt im Moment einige Gemüter in der saarländischen Landeshauptstadt. Unterm Strich kann sich der werte Kinogänger jedoch behaglich zurücklehnen, denn wenn nicht alles total daneben läuft, ist der zahlende Cinéast Nutznießer und kriegt ein neues Arthouse-Kino. Der Name: “Camera Zwo”.
Mit der Diskussion um das “Scala” ist es irgendwie ähnlich wie beim Fussball. Viele erfolgreiche und medienwirksame Spieler agieren zur Zeit im Mittelfeld: Ronaldinho, Zidane, Beckham, Ballack. Tatsächlich diskutiert sich nun die Kinoszene die Köpfe darüber heiß, ob ein Mittelfeldstar reingenommen werden sollte oder nicht. Klar! Große Klasse für uns Zuschauer! Denn so einer fehlt uns!
Um diesen Vergleich nun auch wirklich verstehen zu können, muss folgendes geklären werden. Kinos sind wie auch Fussballmannschaften auf das Kommen und die Launen der Zuschauer beziehungsweise Fans angewiesen. Die Kasse muss klingeln und das gelingt nur durch attraktiven Fussball. Elf Freunde sollt ihr sein, zu einer Mannschaft gehören Abwehr, Mittelfeld und Sturm. Übersetzt aufs Kino heißt das, Multiplexe, Arthouse- und Kommunale Kinos spielen zusammen und machen die Attraktivität des Cinéma in einer Stadt aus. Und wie beim Fussball sind im Mittelfeld, im Arthouse Bereich, weltweit sehr attraktiven Akteure tätig: City of God (Brasilien, Oscar nominiert), Invasion der Barbaren (Frankreich, Canada, Oscar), Lang lebe Net Divine (Großbritannen) oder Good Bye, Lenin (Deutschland, Oscar nominiert).
Und der Trainer? “Ich habe den bescheidenen Wunsch, dass durch die Idee mit der “Camera Zwo” für das Publikum Zeiten einkehren, die cineastisch befriedigender sind,” meint Chefcoach Michael Krane, der seinen Vertrag bereits in der Tasche hat. “Wir leben in einer Universitäts- und Landeshauptstadt. Ich biete ein verbessertes Angebot für Leute, die gern ins Kino gehen und Entdeckungen machen wollen.” Fakt ist, ab 5. Januar kommenden Jahres spielt Krane sein Arthousekonzept für Saarbrücken. Und um die naheliegende Frage einiger Insider zu beantworten: Ja, die Anlehnung an die vor circa einer Dekade geschlossene “Camera” ist hundertprozent beabsichtigt. Michael Krane war auch damals dort der künstlerische Leiter.
Für seine zukünftige Betriebsplanung hat der Kinomacher mal ausgerechnet, dass etablierte Arthousefilme mit bis zu 40 Wochen Verspätung in Saarbrücken über die Leinwand flimmern, so der Fall bei Jarmusch’s “Broken Flowers”. Grund genug für Krane sich die ihm bietende Gelegenheit beim Schopf zu packen und aus dem “Scala”, einem Nachspielkino, dem früher oder später die flotten DVD-Neuerscheinungen die nötigen Meter abtrotzen werden, in guter Tradition die “Camera Zwo” zu eröffnen.
Bis dahin gibt es für alle Leser einen kleinen Trainingstipp: Schult euer cinéastisches Auge, indem ihr euch, wenn noch nicht geschehen, im “Scala” den Artcomic-Knüller “Sin City” anschaut (Eintrittspreis: 2,70 Euro).
Und was macht so einen richtigen Arthousefilm aus? Das sind die cinéastischen Allroundtalente aus dem Mittelfeld – wie zum Beispiel Michael Kranes Liebling “Lost in Translation”, der aus der Tiefe des Raumes kam, die Lücke sah und den Pass präzise im finanziellen Tor versenkte.
Michael Krane plant übrigens seinen Saisonstart am 5. Januar 06 relativ relaxed angehen zu lassen mit Andreas Dresens “Sommer vom Balkon”.
*WM steht für Wichtige Meldung
L’ENFANT & DIE GROSSE REISE
by su on Nov.02, 2005, under 5 Minuten nach dem Film
Grenzerfahrungen
2 x nouveau cinéma verité: aus Belgien L’ENFANT (ab 17.11. im Kino) und aus Frankreich DIE GROSSE REISE (ab 24.11.).
Vor allem in kulturellen Angelegenheiten dehnt sich das Saarland gerne ein bisschen aus – dann heißt es SaarLorLux. Industriell geprägte Landschaften, Traditionen, Bevölkerung, soziale Kontexte – das verbindet uns mit unseren Nachbarn bis südlich nach France-Comté oder nordwestlich in die belgische Wallonie.
Den große Preis von Cannes, Die Goldene Palme 2005, gewann L’ENFANT, der in der Kleinstadt Seraing an der Maas gedreht wurde, 10 km entfernt von Lüttich. Hier haben die Regie-Brüder Dardenne ihre ersten Reportagen gedreht, nirgendwo anders kennen sie so viele Menschen, nirgendwo anders kennt man die beiden so gut. Seraing ist ein idealer Ort für ihre brillianten Geschichten, die überall und nirgends in der westlichen Industriegesellschaft spielen.
Der Film erzählt vom Kleinkriminellen Bruno und seiner Freundin Sonia, die gerade den kleinen Jimmy geboren hat. Bruno, ohne Sinn für Verantwortung, verkauft, als sich eine Gelegenheit bietet, seinen Sohn für 5000 Euro (“Wir machen ein Neues.”). Erst als Sonia zusammen bricht, dämmert Bruno die Scheußlichkeit seiner Tat und er setzt alles daran Jimmy zurückzubekommen. Ohne Sentimentalität, ohne soziokritische Patina, dafür mit mehr Menschlichkeit erzählt L’ENFANT diese Geschichte. Die Schauspieler sind lebendig, der Film aktuell und die Landschaft, die kommt uns Grenzbewohnern besonders bekannt vor.
In Venedig mit dem Preis für das beste Erstlingswerk ausgezeichnet wurde der französische Film DIE GROSSE REISE von Ismaël Ferroukhi und verdient hätte er noch einen weiteren Preis in Völker- und Generationenverständigung.
Der in Frankreich groß gewordene Réda soll seinen marokkansichen Vater mit dem Auto nach Mekka in Saudi-Arabien bringen. Die Pilgerreise des alten Muslimen, die der Kinogänger als Roadmovie mit feinsinnigem Humor erlebt, ist für den jungen Abiturienten zunächst reine Zeitverschwendung. Kauz gegen Starrkopf, Vater und Sohn lernen sich auf dieser langen Fahrt erst kennen. Die Bilder aus Mekka sind eine nie gesehene Rarität.
Startseite
DIE GROSSE DEPRESSION – Konstantin Faigle
by su on Aug.31, 2005, under 5 Minuten nach dem Film, Interviews
August 2005: Konstantin Faigle stand Frage und Antwort zu seinem Dokfilm.
DIE GROSSE DEPRESSION – made in Germany.
Michael Moore hätte es schwer in Deutschland …
Demoskopie kann super bekömmlich sein! Der gebürtige Schwabe Konstantin Faigle beweist das augenzwinkernd in DIE GROSSE DEPRESSION. Wie der Zufall es will drehte der Filmemacher 2004 in Zusammenarbeit mit den ZDF einen lebensbejahenden Dokumentarfilm über einen wunden Punkt der deutschen Volksseele, das Miesepetrig sein. Wie die Faust aufs Auge zur Wahl Mitte des Monats passend, startet die Komödie ab 01. September in unseren Kinos.
Faigle und sein Team begaben sich dazu mit dem Kleinbus auf eine Reise durch Deutschland – ausgestattet mit einem irgendwann untrüglichen iss-was-Lächeln, tollen Ideen bezüglich Umsetzung und deutscher Gründlichkeit bei der Recherche. Zu Wort kommt Faigles Vater genauso wie öffentliche Personen aus Glauben, Gesellschaft und Lehre.
?Wie kamst du auf die Idee zum Film?
Konstantin Faigle: Die Welt war voll Hiobsbotschaften, Fußballdeutschland lag danieder, ich sollte, wie ich es ja auch im Film berichte, Vater werden und Friedrich Merz sagte den Satz: jedes neugeborene Kind kommt mit 16500 DM Schulden zur Welt. Es waren eindeutig die vielen apokalyptischen Reiter. Ich wollte die Stimmung im Land einfangen und etwas über die Selbstsicht der Deutschen erfahren. Jeder sagt über sich, er sei optimistisch, doch man kennt das, es gelingt nicht wegen der vielen anderen Deutschen. Es bewegte mich persönlich, bin ja genauso.
?Bist du ein politischer Mensch?
Faigle: In anderer Form. Ich engagiere mich nicht auf die üblichen Arten. Politik und Gesellschaft interessieren mich, weil es mich umgibt. Filmemachen ist meine Art Stellung zu beziehen. Oft fällt in diesem Zusammenhang der Name Michael Moore, der im Cowboystil Amerika befragte. Da bin ich natürlich anders und Amerika ist anders. Michael Moore hätte es schwer in Deutschland. (continue reading…)
ANTIKÖRPER – Christian Alvart & Wotan Wilke Möhring
by su on Jul.26, 2005, under 5 Minuten nach dem Film, Interviews
Das Interview mit Christian Alvart (Regie & Buch) und Wotan Wilke Möhring (s.u.) entstand im Juli 2005.
Wer die Wucht deutscher Krimis wie DAS EXPERIMENT oder TATTOO liebt, dem bietet das junge Regietalent Christian Alvart ab 7. Juli 2005 mit ANTIKÖRPER die gegensätzlichen Psychopathologieen eines Serienmörders und eines strenggläubigen Katholiken. Die Rolle des sich verzehrenden Landpolizisten spielt Wotan Wilke Möhring sehr glaubhaft, die fiesen Machtspielchen des Mörders mimt André Hennicke und Heinz Hoenig spielt einen rauen Großstadt-Kommissar, der wie auf seinen Leib geschneidert ist.
?Welche Filme schaust du dir am liebsten an? Hast du ein Lieblingsgenre?
Christian Alavart: Ich schau mir alle Filme gerne an. Das Genre, ob Komödie oder Krimi, ist mir dabei egal.
?Ich habe gelesen, dass die Faszination bei Filmen für dich die Spannung ist?
Christian: Das wichtige dabei ist für mich die Bedrohung, die eine Figur dadurch erfährt. Letzte Woche habe ich die zweite Staffel der “Sopranos” gesehen und es genossen, weil die Hauptfigur sich ständig in Bedrohung befindet. Ich finde die Spannung auch ganz wichtig für andere Sachen. Auch bei einer Liebesgeschichte ist es spannend wie die beiden sich finden oder ob oder wie sie bedroht werden von aussen.
? Was geht dann emotional bei dir ab?
Christian: Ich kann mich zwei Stunden vollkommen hingeben. Ich weiss nicht, wann ich im richtigen Leben zum letzten Mal geweint habe, aber wenn ein Film gut gemacht ist, dann kommt das schon mal vor. Im Leben, glaube ich, sind die Schutzfunktionen da zu stark, aber im Kino kann ich mich voll hingeben.
? Wie entstand ANTIKÖRPER?
Christian: Ich habe einen Pool von Ideen in Notizform. Die warten in der Schublade auf ihre Gelegenheit wie in Falle von ANTIKÖRPER, wo ich vor Schönfelder (der Produzent, die Red.) gepitcht habe. Ich bekam einen Buchvertrag, das war vor drei Jahren.
? Wie kamst du zum Thema?
Christian: Das waren für mich alles starke interessante Themen und dazu extrem gegensätzliche.
? Und wie kamst du zu deinen Schauspielern?
Christian: Alle haben wegen des Buches zugesagt. Wir hatten wenig Geld, alle bekamen das gleiche. Ich habe meine Traumbesetzung gefunden, Heinz Hoenig war zum Beispiel direkt dabei. Dagegen war die Rosa (Frau des Dorfpolizisten) sehr schwierig. Ich bin froh, dass wir Ulrike Krumbiegel gefunden haben. Es gibt von “Antikörper” eine eine halbe Stunde längere Fassung für die DVD. Darin spielt sie eine wichtigere Rolle.
? Wie stehtst du persönlich zu Gut und Böse?
Christian: Ich denke sehr oft, dass sich in kurzen Abschnitten alles zum schlechten kehrt, habe aber die Hoffnung, dass die Menschheit es lernt.
? Du hast viel gelesen über Serienkiller und ihre Persönlichkeitstruktur. Was ist so faszinierend an ihnen?
Christian: Warum sind sie so geworden? Gibt es das Böse? Sind sie Opfer ihrer Gene? Serienkiller sind in der Popcultur sehr beliebt. Die Jugend will schockieren, er steht für die ultimative, radikale Freiheit. Die Freiheit auf Kosten anderer ist Teil unserer Populärkultur.
? Sag den POTATO-Leser spntan, warum sie ANTIKÖRPER sehen müssen!
Christian: Erstens, damit sich das deutsche Kino mehr traut, allein deshalb muss jeder schon reingehen. Und zweitens, weil ich glaube, dass er extrem gut ist und sie nicht enttäuscht werden.
Wotan Wilke Möring zählt noch zu den unverbrauchten Gesichtern im Flimmeruniversum. Höchste Zeit für ihn selbst, cool und bescheiden wie er ist, sich vorzustellen.
? Wenn du selbst deinen Werdehang beschreiben solltest, dann würdest du das wie tun …?
Wotan: Schule, dann Schule unterbrochen, dann Punkbands, dann bin ich in die USA gegangen für einerthalb Jahre, wollte da eigentlich bleiben. Dann bin ich nach Berlin. Dort zur HDK und habe dort studiert. Dann habe ich in Berlin einen illegalen Club gehabt und mit letzter Kraft mein Studium gemacht. Eine Schreinerlehre habe ich noch gemacht zwischendurch. Und lange Musik gemacht.
? Ist die Schauspielerei dein Traumberuf?
Wotan: Sie erfüllt für mich momentan alles, was man sich wünschen kann. Sie ist okay im Sinne von nicht verbiegen/ buckeln, ist gut bezahlt und ich kann an etwas künstlerischen arbeiten. Was toll ist, man kann an einem Produkt arbeiten. Man kann sehen, was man gemacht hat, was für viele nicht der Fall ist. Das ist eben nicht in eine Fabrik gehen. Traumberuf heißt ja, dass man davon geträumt hat und das war bei mir nicht.
? Verrätst du uns deine Favoriten, unter den Filmen deiner bisherigen Schauspielkarriere?
Wotan: Das hat jetzt nichts mit der Öffentlichkeit zu tun, was ich jetzt sage: wichtig für mich waren DAS EXERIMENT (2001) und der Fernsehfilm HAT ER ARBEIT? (2000). Dann ANATOMIE, weil es ein richtig großes Set war, und fürs TV der Film DIE HOFFNUNG STIRBT ZULETZT.
? Wie kam es zu ANTIKÖRPER?
Wotan: Der Christian gab mir das Drehbuch so einerthalb Jahre vor dem Film, wir kannten uns aus Berlin. Und dann las ich in einem Rutsch, weil das so super spannend war. Was auf jeden Fall nicht gilt für alle Drehbücher, dass du es nicht weglegen kannst. Du wolltest immer wissen, wie geht es weiter. Es ist vielleicht sogar das einzige Buch, an dem ich nichts ändern wollte. Sonst gibt es mehrere Versionen, da schleichen sich logische Fehler ein, man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Und dies hier, das war einfach super. Da war alles durchdacht und du konntest immer Fragen stellen und hast eine klare Antwort bekommen. Das ist doch egal, diese Einstellung gab es in keiner Phase des Projekts.
? Große Zukunft für Christian Alvart, was denkst Du?
Wotan: Die Zukunft ist ja leider abhängig von der der äußeren Welt, die das beurteilen muss. Eine große Zukunft weiss ich nicht, aber ein großes Talent. Vielleicht ja auch in den USA, das passt zum Film. Die arbeiten mit einer ähnlichen Art von Akribie und dass man nicht klein beigibt, das haben die uns voraus.
? Deine Rolle in ANTIKÖRPER die liegt Dir, warum?
Wotan: Oft ist es so, dass der Hauptdarsteller relativ moderat sein muss. Hier trifft es sich, dass der Hauptkonflikt des Films innerhalb dieser Figur spielt. Es ist der innere Kampf, er muss nur die Fassade behalten. Er muss vornehmlich an sich als guter Mensch entdecken, dass auch er nicht gegen den Keim des Bösen gefeit ist. Dass man, wenn man alles versucht richtig zu machen auch ein Härte mit ins Spiel bringt, wie bei seinem Jungen, die unmenschlich ist. Jemand wie er ist verbohrt in das Gute. Das hat mich sehr gereizt, denn ich bin eben nicht mit der Kirche groß geworden.
? Dich interessiert das Thema ‘Gut und Böse’?
Wotan: Was ist Gut, was ist böse? Ist eigentlich eine alltägliche Frage, der man sich nicht entziehen kann bzw. entziehen sollte. Diese ständige Entscheidung hat was mit Verantwortung zu tun, die heutzutage eben auch versucht wird zu umgehen. Die Kirche hat in den vergangenen Jahrhunderten, und das werfe ich ihr eben vor, gesagt, ich nehme euch diese Entscheidung ab. Es sind eben alle dieser Verantwortung beraubt worden. Und so ist es mit ihm, dass er eben in der Beiche merkt, das iss es nicht. Es ist das Interessante zu sehen, wie jemand der an etwas so sehr glaubt, zu zweifeln beginnt.
? Du hast eine Rolle wie Jodie Foster in “Schweigen der Lämmer”. Wie fühlt man sich, wenn man stetig eine drauf bekommt?
Wotan: Es kommt ja auf die Perspektive an, die man einnimmt. Er hat eben dieses Loch, und weil er es hat, beginnt es dadurch zu pusten. Weil er einmal nicht aufgepasst hat, einmal … ! Dieser Mensch muß lernen, dass Versagen menschlich ist.
? Warum muss man sich ANTIKÖRPER anschauen?
Der Kampf zwischen Gut und Böse wird hier unmittelbar geführt und diese Frage nimmt der Zuschauer mit. Und obwohl es ein Genrefilm ist, ist er außergewöhnlich, weil er nicht das bringt, was man erwarten würde. Ich finde den Film mutig von A bis Z. Dieser Film will kein Publikum bedienen, er fordert.
Startseite
Bin ich sexy? – Marie-Luise Schramm
by su on Jun.21, 2005, under 5 Minuten nach dem Film, Interviews
Think Pink
“Bin ich sexy?” – das fragt sich jeder. Die Antwort gehört oft zu den harten Lektionen im Leben.
Das Interview mit der Schauspielerin Marie-Luise Schramm fand im Juli 2005 statt.
Der erste Langfilm von Regisseurin Katinka Feistl, der am 23. Juni 05 in den deutschen Kinos anläuft, erzählt schwungvoll und schonungslos von der Phase jugendlicher Selbstfindung. An der Schauspiel-Front glänzt die selbstbewusste 21-jährige Berlinerin Marie-Luise Schramm, die vor zwei Jahren den Max Ophüls Preis als “Beste Nachwuchsdarstellerin’ erhielt. “Bin ich sexy?” wurde der Aktrice, die die Schule vorzeitig abbrach und schon mit ihren jungen Jahren eine echte self-made Woman ist, von Drehbuchautorin Sabine Brodersen auf den Leib geschrieben. Zum Inhalt: Pink gehört absolut zu Mareike Falkens Lieblingsfarben. Sie ist 15 und wohnt mit ihrer verwitweten Mutter und zwei Geschwistern in einem Vorort von Mannheim. Sie möchte Model werden, ohne die dafür nötigen Idealmaße zu besitzen. Aber Mareike glaubt an ihre Chance und sie will sich durchsetzen. “Heute reicht Schönheit nicht mehr, um ein Model zu werden. Da musste schon was Besonderes haben.”
? Weshalb muss man sich “Bin ich sexy?” ansehen?
Marie-Luise Schramm: Weil sich jeder an seine Jugend und die Probleme, die man mit der Schönheit hatte, zurück erinnert fühlt: der perfekte Body oder soundso sieht eine schöne Nase aus. Und … weil er noch viel viel wichtigere Sachen beinhaltet.
? Was fasziniert(e) dich an der Filmfigur Mareike?
Marie: Ihre vielen Seiten. Man bewundert und verachtet sie, man empfindet Mitleid mit ihr, sie macht sich ihre Probleme aber auch selbst. Der Schwung über die Gefühle von “schön, sonst bin ich nichts” bis zu dem, was sie über das Leben lernt. Persönlich bin ich nicht so der Modetyp, doch es machte riesigen Spaß, die ganzen verrückten Frisuren zu tragen.
? Du bevorzugst eher lässige Klamotten. Wie ist es dir im Film so perfekt gelungen, mit riesig hohen Stöckelschuhen Fahrrad zu fahren?
Marie: Ist es nicht wirklich. Wir haben die Szene sehr oft gedreht, weil ich es nicht hingekriegt habe. Ich bin immer abgerutscht. Man macht es dann irgendwie.
? Hast du einen Tipp für die Modesaison?
Marie: Da bin ich immer noch die Falsche für. Schlabberige Jeans, schlabberiges T-Shirt.
? Der Sexappeal ist eine subjektivere Sache. Worauf fährst du besonders ab?
Marie: Für mich strahlt das Schöne von Innen heraus. Natürlich stellt sich da nicht jemand hin und ich sehe seinen tollen Charakter. Das kommt mit der Zeit. Ich stehe außerdem auf schöne Hände.
? Wie hast du dich beim Catwalken gefühlt, was dir im Film prächtig gelingt?
Marie: Fand ich ganz furchtbar. Mit dem Maskenbildner habe ich den Hotelflur zum Catwalk umfunktioniert und geübt und geübt. Das hat schon Spaß gemacht. Beim Drehen war es dann schwieriger. Jeder, der rumstand, gab seinen Tipp dazu ab: das musst du so und so machen.
? Wie stehst du zum aktuellen Menschenbild, das in den Medien vermittelt wird?
Marie: Find ich nicht gut. Die ganzen Modemagazine vermitteln ein verfälschtes Bild. Das fördert nur den Realitätsverlust. Das Äußere zählt, und man wird auch schnell abgestempelt, wenn man dem nicht entspricht.
? Was gibst eine 21-Jährige den 15-Jährigen mit auf dem Weg?
Marie: Alles ein bisschen locker sehen.
Startseite
NETTO – Robert Thalheim
by su on May.02, 2005, under 5 Minuten nach dem Film, Interviews
“Imbissbudenverkäufer sind die Therapeuten der Deutschen Einheit”
Ophüls Preisträger NETTO kommt in die Kinos
Für seinen Debütfilm NETTO erhielt Robert Thalheim beim Max Ophüls Festival 2005 den “Förderpreis Spielfim’ — bares Geld für einen Filmemacher. Bei der Berlinale kam die wichtige Auszeichnung “Dialogue en perspective’ hinzu, die das junge deutsche Kino dem französischen Publikum nahebringen soll. Kurz vor Filmstart am 05.Mai telefonierte POTATO mit dem 1974 geborenen Regietalent in einem Hotel in Krakau, wo er für seinen neuen Film recherchiert.
?Was möchtest du gerne in Zukunft im Kino sehen?
Robert Thalheim: Filme, die die Welt um uns herum behandeln und nicht nur eine Abschussrampe darstellen, um später weiter zu leben wie zuvor. Das Reale gefällt mir.
?Du hast gesagt: “Imbissbudenverkäufer sind die Therapeuten der Deutschen Einheit”. Für NETTO hast du an Ort und Stelle recherchiert?
Robert Thalheim: Ich bin da nicht hingegangen wie zu einer Feldstudie, sondern habe eher versucht aus Erfahrung und Beobachtung Bedürfnisse herauszulesen. Einige traurige Begegnungen waren dabei.
?Hast du das Geld vom Max Ophüls Preis bereits verplant?
Robert Thalheim: Das läuft in die Vorbereitungen zum neuen Film.
?Wegen dem du gerade in Krakau bist: “Oswiecim”. Was heißt das?
Robert Thalheim: Auschwitz.
?Wie NETTO basiert der Film auf eigenen Erlebnissen? Wie fühlst du dich gerade?
Robert Thalheim: Gut, denn ich verbinde mit Auschwitz, dass ich Freundschaften geschlossen habe. Meinen Zivildienst in der Gedenkstätte habe ich mit einem großen Begriff begonnen, für den ich mich interessierte. Hineingetragen wurde ich in ein konkretes, spannendes, aufregendes Land. Einen tollen Teil meines Lebens habe ich hier verbracht.
?Weshalb hast du dich für Polen entschieden?
Robert Thalheim: Ich bin West-Berliner. Nach der Schule wollte ich ins Ausland und mit meinen Eltern war ich bis dato in Amerika, Asien und sonstwo. Das 60km entfernte Polen war das Fremdeste, was man machen konnte. Das hat mich gereizt und seine Geschichte hat mich interessiert.
>>
Kurzinhalt:
Mit NETTO ist Robert Thalheim eine tragikomische Milieustudie gelungen, eine Vater-Sohn-Geschichte mit vorwitziger Digicam gefilmt. Sebastian (Sebastian Butz) möchte lieber wieder bei seinem Vater am Prenzlauer Berg wohnen, wenn die Mutter mit ihrem neuen Lebensgefährten von Berlin aufs Land zieht. Der Vater (brilliant: Milan Peschel) ist ein arbeitsloser Sicherheitstechniker und liebenswürdiger Thekenexperte. Der Film beschreibt eine Kameradschaft, in der der Vater vom Sohn eine Menge lernen kann.
NETTO
Deutschland, 2004
Buch und Regie: Robert Thalheim; u.a. mit Milan Peschel, Sebastian Butz
Kinostart: 5. Mai 2005
Startseite
Kebab Connection – Nora Tschirner & Denis Moschitto
by su on Apr.02, 2005, under 5 Minuten nach dem Film, Interviews
Döner auf dem Vormarsch
Am 21. April 05 ist Kinostart von “Kebab Connection”, der beim Publikum des Max Ophüls Festivals bereits für viel Spaß sorgte. Nora Tschirner und Denis Moschitto spielen die Hauptrollen in der ultimativen deutschen Culture Clash Komödie.
? Dein erstes Kebab Erlebnis?
Denis Moschitto: Sehr früh. Ist mir sozusagen in die Windeln gelegt. Mit scharfer Soße.
Nora Tschirner: Da bin ich erst spät dazu gekommen. Auf jeden Fall nach 1989, bin ja Ostkind. Ich muß zugeben erst mit 14. Großartig. Ohne Sauce, ohne Zwiebeln.
?Weshalb wolltest du bei “Kebab Connection” mitmachen?
Denis: Ich musste schon beim Lesen des absolut coolen Drehbuchs lachen. Fatih Akin (u.a. “Gegen die Wand”) ist ein super Dialogschreiber. Als er keine Lust hatte, den Film selber zu machen, stieg Anno Saul als Regisseur ein. Witzige und wichtige Entscheidung.
Nora: Ich fand die Geschichte gut. Die Titzi hat mir damals noch nicht gefallen, sie war nichts Besonderes. Die Produktion hat damals gesagt, sie lassen das nacharbeiten. Das haben sie tatsächlich getan. Toll.
Schön, erfolgreich und nie um Worte verlegen – das ist Nora Tschirner. Die 24jährige singt und schauspielert “so lange ich denken kann”. Improvisationstalent und Natürlichkeit vor der Kamera wirken angeboren und als MTV- und Radio-Moderatorin hat das Multitalent einen perfekten Platz für Verbalorgien gefunden. Sehr souverän lässt sie ein ernstes Gespräch gar nicht erst zu.
Nora: “Denis bewundere ich ja. Er spielt alles – türkischer Koch, Gastarbeiter oder Jugendlicher. Die bescheuersten Szenen spielt er mit totaler Gelassenheit. Nur so konnte die Komik in “Kebab Connection” gelingen. Babywindel-Szenen spielen ertrage ich nur mit ihm. Der spielt gegen den Schwachsinn der Situation an.”
?Die Titzi ist ein erstaunlicher Charakter?
Nora: Ich kann fünf bis sechs Frauen nennen, die genauso sind. Bei der Titzi im Film ist das ein gestraffter Prozeß. Sie ist kraftvoll, gerne allein und bestimmt die Glücksmomente der Beziehung. Wenn es nicht klappt, wird sie das Kind allein kriegen. Eigentlich eine totale Romantikerin.
?Wie hast du dich der Figur Ibo genähert?
Denis: Der Flair von Hamburg ist sehr speziell, eine tolle Stadt. Ich bin viel durch die Stadt geskatet, weil das Teil meiner Rolle war. In Hamburg besteht ein besonderer Zusammenhalt unter den Türken. Das habe ich auch beim Filmteam gemerkt. Köln ist dagegegen ein Nest. Doch ich bin froh da zu wohnen. Köln ist die Anti-Herzinfakt-Stadt.
Denis Moschitto ruht in sich. Er verrät, dass er Johann Sebastian Bach liebt und gerne Klavierspielen gelernt hätte. In Videotheken und im TV finden sich einige Titel des 1977 geborenen Sohnes türkisch-italienischer Eltern. Seine Schauspielkunst zeigte er unter anderem in ARD-Tatorten, “Verschwende deine Jugend” oder “Süperseks”. Der Film liegt ihm am Herzen.
Denis: “Reden wir Klartext. “Süperseks” ist gefloppt an der Kinokasse. Aber auf DVD läuft der Film gut, die Türken sprechen mich darauf an. Ich bin froh, dass ich den Film gemacht habe.”
?Du bist zwischen zwei Kulturen aufgewachsen?
Denis: Ich merke jetzt erst, dass andere diese Erfahrung nicht gemacht haben.
?Was wäre für dich eine Herausforderung?
Nora: Etwas durchzuhalten, was mir nicht zufällt. Bis jetzt war das meistens so. Fleiß ist eine Tugend.
?Brauchtest du Kung Fu?
Denis: Nein, ich habe ich es aber schon früh erlernt. Kampfsport hält Geist und Körper zusammen. Wer sich verteidigen kann, braucht keine Konfrontation.
?Wie muss ein Mann sein, der dich erobern will?
Nora (trocken): Ich wünsch mir einen Mann, der 24 Stunden am Tag die Kraft hat, gegen mich an zu reden.
Startseite





